Michael Janda: Narkissos und Hyakinthos

Die neue Studie von Michael Janda führt Namenkunde und Sprachwissenschaft, Botanik, Religions- und Mythengeschichte zusammen. Janda gelingt es, den Jünglingsgestalten und den Blumen ihren genuinen Platz in der griechischen Welt zuzuweisen, und kann damit die weithin angenommene Hypothese vom vorgriechischen Ursprung beider mit indogermanistischer Evidenz herausfordern.

Der konsequente Vorrang des Griechischen bei der etymologischen Deutung ermöglicht Janda die Postulierung rein griechischer Etymologien von Νάρκισσος und Ὑάκινθος. Der innergriechische Erklärungsansatz lenkt die Aufmerksamkeit schlagartig auf mythische Parallelen, die sich sodann ergeben: Narkissos kann durch die Verbindung mit Efeu und Narkaios einer zentralen griechischen Gottheit zugeordnet werden: Dionysos. Das Nebeneinander von Artemis–Apollon und Polyboia–Hyakinthos ermöglicht die Interpretation, dass es sich bei Hyakinthos um einen Beinamen des Apollon handelt, der sich verselbständigte.

Der Argumentationsgang liefert Bausteine zu einer allgemeinen botanischen Onomastik, und ist für auch für Klassische Philologen und Religionswissenschaftler interessant.

viii + 91 S. ISBN 978-3-96230-003-6

Preis: 44,00 € (DE), 45,30 € (AT)

Erscheint im Januar 2020

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